... weiter durchs Taubertal Richtung Altmühltal

... es ist der 26.08.2019, der vierte Tag meiner Radreise. Nach wenigen Kilometern komme ich nach Rothenburg ob der Tauber und bestaune von einer kleinen Anhöhe die imposante Stadtkullisse. Nach ein paar Foto's fahre ich weiter und komme plötzlich aus dem Staunen nicht mehr raus, es geht abartig steil einen schmalen Weg hoch zur Stadt (auf den letzten Metern mal wieder Schieben angesagt). Völlig ausser Puste lasse ich mich in der Einkaufsstrasse auf einer Bank nieder und schnaufe erstmal ein paar Minuten kräftig durch.

Meine Thermotanka mit Wasser habe ich in wenigen Minuten ausgetrunken und schon werde ich von den ersten Touristen angesprochen. So ein vollbeladenes Reiserad fällt einfach auf, zudem mein orangener Fury wegen seiner Farbe eh immer auffällt. Da mir das Ganze Gewimmel von Japanern, Chinesen, Amerikanern ... zu blöd ist, schiebe ich mein Rad weiter durch die Gassen, (Fahren ist in diesem Ameisenhaufen nicht möglich, muss beim Schieben schon mehrmals Klingeln und aufpassen, dass mir keiner ins Rad rennt) bis vor einen Gemüseladen in dem ich meine Trinkflasche wieder auftanke.

Nicht's wie weiter und aus Rothenburg ob der Tauber raus, bin ja schließlich ein Naturburschi und kein "Stoaderer".

... aus Rothenburg ob der Tauber raus

... es geht ziemlich lange bergab durch den abgelegenen Stadtteil in eine Senke und langsam ansteigend wieder bergauf Richtung Wald. Der Anstieg wird jedoch stetig immer heftiger und geht in das Prädikat "sausteil" über, verdammt, Schieben ist schon wieder angesagt, habe die Schnauze nun bald voll. Ich fahre Richtung Colmberg über Ansbach immer weiter Richtung Süd-Ost. Ab 16:00 Uhr entschliesse ich mich eine Unterkunft zu suchen, denn der Himmel sieht gar nicht mehr vertrauenserweckend aus. Die Sonne scheint, jedoch türmen sich die Wolken immer mehr auf. In der Ferne ist schon der erste Donner eines Gewitters zu hören, aber ich fahre ja davon weg.

... bei einer größeren Pension halte ich an und frage nach einem Zimmer, nix zu machen, alles mit Monteuren belegt. Der junge Mann an der Rezeption telefoniert nahegelegene Unterkünfte an, möchte mir behilflich sein, aber nix. Es ist Montag, oftmals Ruhetag, keine Unterkunft zu finden, kein Mobilfunkempfang der Akku noch Restreichweite < 3km. So langsam dämmert es schon, wird anscheinend bald dunkel sein. Ich fahre im Eco-Modus ohne Licht eine bewaldete Bundesstrasse bergauf und sehe eine Hinweistafel "Pflugsmühle".


... die Rettung in letzter Sekunde

... könnte etwas sein. Ich fahre ca.1 km bergab und wenige Meter bergauf, Pflugsmühle, hm, sieht irgenwie verlassen aus. Schon recht verzweifelt klingele ich an der Gebäudetüre, eine Stimme ertönt durch die Sprechanlage "wir sind nur ein Ausflugslokal, wir haben keine Zimmer", ach herje. Ich erkläre dem Gegenüber meine Lage, "Warten Sie mal, ich komme runter", Hoffnungsschimmer. Der nette Herr beruhigt mich, "wir hängen erstmal Ihren Akku ans Stromnetz",  er erklärt mir den Weg ums Gebäude zum eigentlichen Eingang des Ausfluglokals.

Ich also drumherum und siehe da, alle anderen Gäste kommen von dieser Seite des Lokals. Parkplätze, Fahrradständer, alles da, die Location macht einen guten ersten Eindruck. Na gut, Rad angeschlossen, Akku abgemacht, ans Stromnetz gehängt, erstmal beruhigend. Der Besitzer und sein Sohn überlegen wo sie mich in der Nähe unterbringen könnten und telefonieren nahegelegene Pensionen und Gasthäuser an. Jedoch keine Chance, entweder belegt oder Ruhetag, nix zu machen. "Bräuchte lediglich einen Schuppen oder ähnliches, Zelt, Schlafsack und ISO-Matte habe ich ja dabei".

Sie könnten einfach noch etwas abwarten bis alle gegangen sind und dann das Spielezimmer für die Kinder unserer Ausflugsgäste nutzen kommt es auf einmal. Da ist sogar eine Behindertentoilette sowie ein Waschbecken und eine Dusche drin. Mensch, die rettende Idee, super, besser könnte es nicht sein. Ich setze mich in den großzügigen Biergarten, die freundliche Bedienung wischt mir einen Tisch und einen Sitz trocken, es hatte ja geregnet. Ich bestelle zunächst ein Hefeweissbier und entscheide mich für "Schäufele frisch aus dem Ofen, mit Knödel und Biersauce". Habe solchen Hunger, dass ich gar noch einen Knödel und Sauce nachbestelle, denn an dem Schäufele ist reichlich Fleisch vorhanden. Einfach Klasse, sehr zu empfehlen!

Mensch was ein Glück, der Besitzer der Pflugsmühle, Herr Braun ist ein wahrhaft toller und sehr hilfsbereiter Mensch, das hätte ich in diesem Ausmaß nicht erwartet, Vielen, Vielen Dank. Herr Braun mehrmals wegen Kosten für Übernachtung, Dusche und Toilette angesprochen, nix zu machen, er wollte einfach nix haben, mir lediglich helfen. Toll, solche Menschen sind auf der Welt echte Ausnahmen, die sehr selten bis gar nicht anzutreffen sind. EINFACH KLASSE !
"Die Stunden bei Ihnen bleiben mir in Erinnerung als sei alles erst gestern geschehen."

Super Ausflugslokal im fränkischen, Pflugsmühle 1B, 91183 Abenberg
 

Foto-Impressionen um das Ausflugslokal Pflugsmühle

Abfahrt am nächsten Morgen

... nachdem ich glücklich und zufrieden genächtigt hatte machte ich mich am nächsten morgen für die Abreise von der Pflugsmühle startklar. Ausser Reinigungspersonal was zugange war konnte ich niemanden entdecken. Das Spielezimmer richtete ich wieder wie ich es in Erinnerung hatte her und fuhr weiter. Schade, gerne hätte ich ,meinem Gastgeber Herrn Braun "Auf Wiedersehen" gesagt und mich nochmals bedankt. Aber man trifft sich ja mindestens zweimal im Leben.


... weiter zum nächsten Abenteuer

... weiter Richtung Kelheim an der Donau